index,2Selbst viele Einheimische kennen ihn noch nicht, den Schatz, den der Klosterflecken, bzw. die Familie Winter in ihren Räumlichkeiten beherbergt, – es ist das Apothekenmuseum der Ebstorfer Apotheke!Apothekenmuseum-23-150x150

Es ist schon ein besonderes Erbe, das Apotheker Tobias Winter von seinem Vater, dem Apotheker Helmut Hans Winter, 2012 angetreten hat. Denn gilt es doch nicht nur die Apotheke mit dem Reformhaus im Klosterflecken weiter zu führen, nein, auch das Museum, das Vater und Mutter in mühevoller Arbeit zusammengestellt haben, möchte Tobias Winter unbedingt erhalten und, wenn es geht, vielen interessierten Besuchern näher bringen.

Und so fühlt er sich sowohl dem Fortschritt der elterlichen Apotheke verpflichtet als auch der Tradition. Und die kann man sehen, anfassen, spüren und erleben, wenn man die Gelegenheit bekommt, einen Rundgang durch das Apothekenmuseum zu machen.Apothekenmuseum-10-150x150

Schon beim Eintritt fühlt sich der Besucher in eine Zeit von vor 200 Jahren versetzt. So blickt man zuerst auf ein Krokodil, das an der Decke hängt; galten doch exotische Tiere als besonders heilkräftig und wiesen den Apotheker als führenden Wissenschaftler aus. Apothekenmuseum-32-150x150Eingetreten durch die Tür, steht man in einer vollständig erhaltenen Apotheke aus dem Jahr 1822. Da wurde sie gegründet, mit Erlaubnis der „Königlich Großbritannischen–Hannoverschen Regierung unter König Georg IV für das „Amt Ebstorff“. Es war Apotheker Bussenius, der die Offizin im Biedermeierstil aus Mahagoniholz gestaltete. „Offizin“ bedeutet übrigens soviel wie „hochwertige Werkstatt mit Verkaufsraum“. Es folgten einige Apothekeneigentümer, die dort arbeiteten und verkauften Erst 1963 baute Apotheker Hans-Helmut Winter nach Auflagen einen Neubau für Apotheke, Reformhaus und Labor zur Herstellung und Prüfung von eigenen Präparaten direkt neben seinem Wohnhaus, dem alten historischen „Halle´schen“ Biedermeier-Fachwerkhaus. Dieses ist aus dem Jahre 1827 und benannt nach Sanitätsrat Dr. Carl Halle, der dort lebte und arbeite. 1854 wurde es übrigens meisterlich mit einem besonderen Verfahren auf Rollen an die heutige Stelle versetztApothekenmuseum-1-150x150

Nachdem die neue Apotheke mit Reformhaus und Labor in dem Anbau an der Hauptstrasse seinen Platz gefunden hatte, begann das Ehepaar Helmut Hans und Helga Winter mit ihrem Vorhaben, die alte Ebstorfer Apotheke mit Offizin und Gefäßen, Labor und Geräten, Arzneikeller, Material- und Kräuterkammer sowie alle Arzneibücher ab No.1 in ihrer ganzen Pracht in ihrem Wohnhaus wieder aufzustellen um sie so für die Nachwelt zu erhalten. So sind besonders bemerkenswert die Schubkästen mit Porzellanschildern, die Holz-, Glas-, Porzellan- und Keramikgefäße mit Wappen-Etiketten, die große kombinierte Destillationsanlage, eine alte Tinkturenpresse, Schmelztiegel u. v .m. . Hier und in einer weiteren „jüngeren“ Offizin eröffnet sich dem Interessierten die Vielfältigkeit des Apotheken-Handwerks.Apothekenmuseum-8-150x150

So ist ein Museum entstanden, das die Geschichte der alten Ebstorfer Apotheke, stellvertretend für das Werden einer deutschen Apotheke in den letzten 200 Jahren, darstellt. Es veranschaulicht die Entwicklung der abendländischen Medizin und Pharmazie seit der griechischen Antike bis heute, einzigartig im gesamten Umkreis und in der Lüneburger Heide. Genauere Infos unter www.ebstorfer-apothekenmuseum.de. Auch bei Facebook findet sich die Ebstorfer Apotheke www.facebook.com/ebstorferapotheke unter dem Leitsatz „ Tradition und Fortschritt seit 1822“.