Wulfsode_Lopautal 018Von Wulfsode aus, der hiesige Treppenspeicher bietet eine wunderbare Möglichkeit zu rasten, erreicht man per Pedes oder mit dem Auto über die 3 km lange Gemeindestraße den Ort Lopau und das Lopautal! Ein Ausflug lohnt sich zu jeder Jahreszeit!
Emil Stender, Autor des Buches „Wanderungen um Hamburg“ schrieb schon 1925: „Eigentlich sollte ich es nicht verraten, wie schön es im Lopautale ist, aber es sei darum! Denn so erging es mir. Als ich zum erstenmal da unten war im Uelzener Lande, da gab es in Lopau, dem kleinen Orte keine Unterkunftsstätte. Später dann, als ich wiederkam, blieb ich einige Tage in der kleinen Wandererherberge „Zur Bachforelle“, die im Schulhause eingerichtet worden war und lernte die Umgegend kennen; ich „entdeckte“ so manches versteckte schöne Plätzchen in den Bauernwäldern und Forsten, wurde vertraut mit Förstern und Dorfeingesessenen, saß stundenlang an Fischteichen und Wassern – und sang beim Scheiden das Lob des liebgewordenen Ortes auf allen Wegen. Und das war mein Verhängnis. Alle, die kamen, erging es wir mir: wer sich nur ein paar Tage in den waldumsäumten Wiesen des Lopautales tummeln durfte, wer an den Fischteichen die Abende bei leisen Gesäusel in Schilf und Röhricht verträumen konnte, und dann unter dem Rauschen der alten Dorfeichen zur Ruhe ging, den zog es später immer wieder dorthin zurück.“

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Das, was Emil Stender Anfang des 20. Jahrhunderts in seinem Buch beschrieb, muss auch Richard Toepffer aus Magdeburg inspiriert haben, sich genau dort niederzulassen. Er erwarb 1895 einen der Höfe und wollte beweisen, dass mit der richtigen Landbewirtschaftung und Düngung auch aus dem kargen Heideboden gute Erträge zu erwirtschaften sind. Mit Hilfe von Dampfpflügen forstete er die weiten Flächen in und um Lopau erfolgreich auf und errichtete sich dort ein herrschaftliches Anwesen. 1922 starb er. Sein Besitz ging an den Staat.DSC01339
Heute ist der kleine Ort Lopau verweist, denn seit 1968 liegt der Ort und das Tal Lopau im Gefahren- bzw. Sicherheitsbereich des Truppenübungsplatzes Munster. Alle Einwohner wurden umgesiedelt; einige von ihnen in die Gemeinde Wriedel. Und sie erzählen die Geschichte ihres Ortes weiter. Und es lohnt sich, ihnen zuzuhören oder sich selbst auf die Entdeckungsreise durch die verwunschene Landschaft und zu den noch erhaltenen Gebäuden zu begebDSC01347en. Denn einige haben die Zeit überdauert und stehen noch heute dort, wo sie einst errichtet wurden, wie der Roth-Hof, der Dehningshof oder auch das Schulgebäude, die von Bundeswehr und anderen Institutionen in Stand gehalten und genutzt werden.

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Wenn der Balken am Parkplatz nicht unten ist, was nur selten der Fall ist, kann sich der Wanderer auf den Weg machen, durch den Ort und auf den Waldlehrpfad, der auf mehreren Hinweistafeln genau beschrieben wird.

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Über diesen Pfad kommt man zum „Töpferturm“, die Reste des Gästehauses von Richard Toepffer. Durch heimelige Wälder, auf kleinen verwunschenen Pfaden, an der idyllischen Lopau entlang, führt der Weg an der „Alten Forstwartei“ vorbei, bei der sich ein gut beschilderter Baumgarten (Arboretum) befindet. Auch die Köhlerhütte ist ein interessantes Ziel, ist sie doch nur für Wanderer oder Radfahrer zu erreichen.
Vier Rundwanderwege bietet das Tal zwischen 3 und 10 km, herrliche Natur, die gerade im Herbstkleid und wenn der Frost übers Land zieht, seinen Zauber verbreitet, und einen verwunschenen Ort, der, wenn man ihn betrachtet, Geschichten zu erzählen hat, die einen nicht loslassen.

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Nähere Informationen erhalten Sie in der Tourist-Information im Klosterflecken Ebstorf. Tel.05822/2996 oder touristinfo@ebstorf.de