Das Pflanzenleben des Botanikers Anton Kerner von Marilaun mit graphischen Anmerkungen von Georg Lipinsky vom 1. März bis 31. Oktober 2020.
Die Finnisage findet voraussichtlich am Samstag, dem 31. Oktober, um 17.00 Uhr statt.

„Ich laufe durch die Welt und sammle“ – Bilder, Empfindungen und Material.

Bild_Pflanzenleben_Lipinsky_webDieses Mal entdeckte Georg Lipinsky das Werk von  Anton Joseph Kerner, Ritter von Marilaun, Professor für Botanik an der Universität Wien und zugleich Direktor des Botanischen Gartens. Er gilt als einer der Mitbegründer der Pflanzensoziologie.

Das Buch, das Lipinsky ins Auge fiel, war „Pflanzenleben“, eine Darstellung der österreichischen  Pflanzenwelt, aber nicht nur der heimischen, sondern weit über die Grenzen hinaus. Anton Kerner bestimmte die Pflanzen und illustrierte auf Blättern im DIN A5 Format  seine Beobachtungen mit wissenschaftlicher Genauigkeit. In zarten Farben, mit feinem Strich charakterisierte er den Standort, in denen die Pflanzen wuchsen und in welcher Gesellschaft und Umgebung sie zu finden waren. Eine Bilderwelt, die sich als Druckvorlage wunderbar eignete, um die Idylle dieser Schönheit zu befragen, die exakte wissenschaftliche Aussage zu verwirren und rätselhaft zu verfremden. Dazu bezauberten die zuweilen poetischen Bildunterschriften den Künstler Lipinsky. Er verschwand in seinem Atelier, öffnete die hölzerne Schatzkiste seiner Bildschnipsel und begann auf seine Weise zu sammeln, zu ordnen, zu kleben und die harmonische Welt der Landschaften mit einem Funken Poesie zu entzünden.

Jetzt sind die Besucher dieser fesselnden Ausstellung angefeuert, ihre Fantasie auf die Reise zu schicken und im Café des Arboretums mit herrlichem Blick in den vorfrühlingshaften Garten der Bäume, die graphischen Anmerkungen von Georg Lipinsky zu genießen, zu diskutieren und wenn‘s beliebt, die eigenen Bildkenntnisse unter Beweis zu stellen, wie ein Pferd von Franz Marc zu identifizieren oder Paulas Bauernmädchen aufzuspüren.

Aber Lipinsky wäre nicht Lipinsky, wenn er nicht eigene Bildhintergründe zusammenschneiden würde  und in größeren Formaten originelle Titel erfinden und collagieren würde wie zum  Beispiel in dem Holzstich. „Zur Freude der Frösche“, auf dem er badende Schönheiten vor einer glotzenden Froschgesellschaft aus tiefen Wassern unter Bäumen auftauchen lässt. Pflanzengesellschaften waren das Thema des Ritters Marilaun. Gesellschaftliche Fragen, versteckt in der romantischen Kulisse dieser Bilder, wirft Lipinsky schmunzelnd und gern ein wenig frech auf, immer wieder neu und unbeirrt mit seinem Blick auf die Menschheit.

Der Eintritt zum Café im Arboretum und zur Ausstellung ist frei!