Dorfausrufer Hannes ruft zur Hopfenernte

Im September 2020 ließ die Corona-Pandemie ein kleines Fenster für eine private Zusammenkunft von Dorfausrufer Hannes und seinen Freunden zu. Corona hin, Corona her, schließlich musste der Klosterhopfen geerntet werden!

Nachdem im Jahre 2017 die Anbaufläche des Klosterhopfens unter der Schirmherrschaft von Abtissin Erika Krüger um 100% erweitert wurde (statt 2 sind es nun 4 Pflanzen), musste nach einer kurzen Hopfenschau nun geerntet werden. Nach nunmehr zwei Missernten stand endlich wieder mal ein gute Hopfenernte an den Klostermauern an. Die Hopfenpflanzen hatten sich in diesem Jahr prächtig entwickelt und konnten auf klösterlichem Boden bis an die Spitze der alten Klosterküche wachsen.

Hopfenernte ist geschafft

„Dieses Jahr ist die dritte Ernte, und es sollen noch viele folgen“, waren sich Erik Zimmermann und Ulf Hofferbert, beide VHD Mitglieder und Teilnehmer der Rundgänge des Ortsausrufer Hannes als Bierbrauer einig.

Unter dem Schutz der Klostergilde erntete die Ortsausrufer Truppe des Klosterflecken Anfang September den Hopfen. „Den Hopfen haben wir komplett mit der Hand geerntet“, berichteten die Zofen Merle und Nele „das war eine richtige Schufterei.“
Während fleißige Hände den Hopfen zupften, planten die Brauer mit den Herzog Georg-Wilhelm den Sud für den Winter. Ein schöner Klosterhopfenbock für die Dorfausrufertruppe im nächsten Frühling sollte passen. Der Hopfen wurde zunächst leicht getrocknet und dann bis zum Brautag eingefroren. Die Ernte von 1,5 kg Dolden sollte für den nächsten Bockbiersud deutlich reichen. 2016 hieß der Gerstensaft Klosterhopfenbier 1517. Die Zahl stand damals für die Jahreszahl des Anschlags der Lutherthesen, zumal im Jahre 2017 dieses 500-jährige Jubiläum gefeiert wurde. Wer im nächsten Jahr von dem Bockbier kosten darf, hängt ganz von dem Durst der Kräuterweiber, Mägde und der Schützengilde ab. Hannes der Dorfausrufer wird 2021 rechtzeitig ausrufen, wann und wo es zum „3. Klosterhopfenbockbier Anstich“ kommen wird.

Ulf Hofferbert

alias „Herbert Kautz und die Betonung liegt auf „K“ wie Kualität, Bierbrauer von Gottes Gnaden und Amtes wegen!“


Natur genießen, mal anders!

Die Urlaubsregion Ebstorf radelnd und pilgernd wandernd entdecken!

Was gibt es eigentlich noch außer schöner Natur mit ausgedehnten Wäldern und Auenlandschaften und gut ausgeschilderten Radtouren in der Urlaubsregion Ebstorf? Alleinstellungsmerkmale, die andere Regionen nicht haben, – das sind die Besinnungswege und das ist die „Via Scandinavica“, der Jakobsweg von Fehmarn nach Göttingen, der Ebstorf kreuzt, alle mit dem Kloster Ebstorf als Zentrum. Und das sind die vielen einzigartigen Geschichten, die die Region zu erzählen hat. „Schon seit ein paar Jahren ist spürbar“, so Angela Geschonke von der Urlaubsregion Ebstorf, dass das Interesse nach Besinnung, zur Ruhe kommen, Natur mal anders genießen, selbst bei jüngeren Gästen größer wird.“ Dementsprechend wurden die Angebote neu definiert und kommuniziert. „Wir freuen uns“, so Geschonke, „dass wir mit unserem Rad- und Wanderführer Christoph Erdt jemanden gewinnen konnten, der über ein großes Wissen der Region verfügt, viele alte Geschichten kennt, eine Wanderführerausbildung hat und das Thema Pilgern auf ganz besondere Weise den Gästen näherbringt.“

So werden die geführten Radtouren immer mehr zu einem Geheimtipp, weil selbst Einheimische erstaunt feststellen, wie viele, für sie unbekannte Wege es noch gibt und Geschichten hören, die ihnen ihre Heimat neu entdecken lassen. Für diese etwas andere geführte Radtouren wird sogar aus Hamburg extra angereist.

Wandern in der Form von „Pilgern“ ist ein Angebot, dass besonders Gäste von außerhalb gern annehmen. Die Möglichkeit am Samstag nach einer vielleicht anstrengenden Arbeitswoche mal das „Pilgern light“ kennen zu lernen, auf den Besinnungswegen oder dem Teil des Jakobsweges, der in der Region zwischen Bienenbüttel und Hösseringen mit Ebstorf in der Mitte liegt, wird auch immer mehr von jüngeren Wanderern angenommen. Das freut Christoph Erdt, der seinen Teilnehmern hilft einzutauchen in die Natur, in die Geschichten, die die Bilder an Auferstehungs-, Schöpfungs- und Inspirationsweg widerspiegeln, und der sich mit ihnen vorsichtig dem Thema Pilgern nähert, so dass auch die, für die diese Art des „Wanderns“ erst einmal nicht in Frage kommt, Gefallen daran finden. Es ist eben immer auch ein mit sich selbst beschäftigen, sich selbst neu entdecken, und das unbewusst, weil verbunden mit schönen Naturerlebnissen. Und so hat manch einer, gerade in diesem nicht einfachem Jahr, eine neue „Freizeitmöglichkeit“ für sich entdeckt, die auch noch der Seele gut tut.

„Ein besonderes Highlight in diesem Jahr,“ so Christoph Erdt, „war für mich das Samstagspilgern zwischen dem Kloster Ebstorf und dem Kloster Medingen auf der Via Scandinavica in Begleitung der Heide-Kartoffelkönigin Nadine aus Bad Bevensen“. Sie war im Rahmen der Kartoffelwoche, die in diesem Jahr der Corona Pandemie anders gestaltet werden musste, dabei. Es war eine schöne Erfahrung für sie, wie man Natur neu entdecken und erleben kann. Der Start am Kloster Ebstorf, und das Ankommen am Kloster Medingen war auch für sie ein Erlebnis, das das Wandern auf dem Jakobsweg einzigartig gemacht hat.

Nun freut sich die Urlaubsregion Ebstorf gemeinsam mit Christoph Erdt auf die Saison 2021 in der Hoffnung, dass auch die Klöster wieder geöffnet und mit einbezogen werden können.